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Wie viele Missgeschicke braucht es noch?

Wieviel Missgeschicke braucht es noch? Auf dem Weg von den Niederlanden nach Südengland.

Schon über einen Monat ist es her, seit wir Kampen verlassen haben. So viel ist seit dem passiert. Aber so richtig unterwegs und so richtig gut fühle ich mich erst seit dem 14. Juli, seit unserem Aufenthalt in Boulogne-sur-Mer. Warum das so ist? Schwierig zu erklären. Vielleicht weil wir in diesem Hafen mehrere Langfahrtsegler trafen? Vielleicht war es das Flair abends in den Gassen bei Strassenmusik oder beim Feiern des 14. Juli, des Nationalfeiertags am Strand? Vielleicht war es das Treiben der Fischer in der Marina oder die Faszination der Gezeiten? Vielleicht aber auch, die Entscheidung, die wir zwei Tage vorher in Breskens getroffen haben: weiter Richtung Süden zu fahren (und nicht zurück zur Ostsee) und uns nicht durch die ständigen Reparaturen & Missgeschicke unterkriegen zu lassen!

Ja, wir haben zwischendurch ernsthaft überlegt, ob das alles Sinn macht. Wir zofften dauernd, ständig ging was Neues kaputt, die Ausgaben schossen weiter in die Höhe. Und wofür das alles?

Am 20. Juni haben wir in Kampen abgelegt. Eine Woche waren wir auf dem IJsselmeer unterwegs. Mit einem kurzen Abstecher nach Den Helder, auf die Nordsee. Dann zurück aufs IJsselmeer, da wir in Medemblik unsere bestellten Leinen abholen wollten. Und schon auf dem IJsselmeer – also noch gar nicht lang unter Segeln unterwegs – lief schon wieder einiges schief…

(1) Als unser Motor nicht mehr ansprang

Ok, das erste war noch eine Kleinigkeit: als wir die Schleuse Naviduct bei Enkhuizen vom IJsselmeer ins Markermeer nutzten, sprang nach dem Schleusenvorgang der Motor nicht mehr an… Super… Wir liessen uns von der Jacht, die hinter uns lag rausschleppen. Hacko diagnostizierte zum Glück nur eine Kleinigkeit: ein Kabel zum Magnetschalter des Anlassers war abgegangen. Schnell repariert und weiter ging es zur Ankerbucht „De Nes“.

(2) Als unser Anker nicht mehr halten wollte

Wir ankerten drei Nächte lang völlig sicher und bei relativ viel Wind von bis zu 5-6 Windstärken in der Ankerbucht „De Nes“ im Markermeer. Hier konnten wir noch einige Arbeiten erledigen, bevor wir auf die Nordsee & den Atlantik raus fahren.

Der Morgen nach der vierten Nacht hatte es allerdings in sich: gegen vier Uhr wird Hacko wach. Der Bildschirm unseres AIS ist hell erleuchtet: die Ankerwache gibt Alarm – leider nicht akustisch, der Piepton war wohl abgestellt. Wir sind sofort hellwach und springen aus den Betten. Und tatsächlich: 45 Meter vom markierten Ankerpunkt entfernt. Motor an. 65 Meter entfernt. Ankerwinsch an. Aber wo liegt der Anker ??? Hacko hat Anixi mittlerweile vom Ufer frei gefahren. Aber der Anker und die Kette verlaufen nun unter dem Schiff entlang… Einholen ist so nicht möglich !! Nochmal Richtung Ufer treiben lassen war die Konsequenz. Den Anker konnten wir nun raufholen. Nur leider setzten wir mit Anixi nochmal auf Grund auf und wie sich später herausstellte entstand dabei ein tiefer langer Kratzer im Rumpf.

Nach mehrmaligen Ankerversuchen hielt der Anker wieder. Aber an Schlaf war nicht mehr zu denken. Was haben wir daraus gelernt ??

  • Wetterberichte genauer checken. Die Winddrehung von N auf E und eine weitere Zunahme bis zu 7 Bf waren vorhergesagt.
  • Mehr Kette stecken. Wir hatten nur ca. das 4-fache an Kette gesteckt.
  • Ankeruntergrund wenn möglich checken. Beobachten wenn andere Jachten ihre Anker aufholen. Wir hätten bewusst realisieren sollen, dass jede der Jachten einiges an Seegras und dunklen weichen Matsch mit dem Anker raufholt.
  • Ankerkasten bleibt ab sofort immer offen. Der Ankerkasten war geschlossen, die Fernbedienung für die Ankerwinsch darin vergraben. Bei unserem Schiff liegt die Ankerwinsch hinter dem Kasten und somit verläuft die Ankerkette über den Kasten, so dass wir den Kasten nur bei entlasteter Kette aufbekommen.
  • Ankerboje anbringen, dann sehen wir wo der Anker liegt und können darauf beim Manövrieren besser reagieren.
  • Akustik des AIS Ankeralarms aktivieren. Zudem ist der interne Buzzer relativ leise. Deshalb werden wir noch einen externen Alarm anschliessen.
  • Zweite Ankerwache im Zweifel aktivieren, mittels des Hand-GPS.

(3) Der Autopilot kann nicht angeschlossen werden

In der Ankerbucht wollte Hacko auch endlich unseren elektrischen Autopiloten anschliessen. Aber Hacko stellte dabei fest: ein wesentliches Teil fehlt uns dazu: der Ruderlagengeber… Also Recherche & in Breskens bestellt. Dort gibt es einen Shop, der Garmin Zubehör verkauft. Somit war die weitere Route auch wieder vorgegeben. Breskens sollte unser letzter Stopp in den Niederlanden werden.

(4) Unser Getriebe macht merkwürdige Geräusche

Vor Anker wollten wir nun keine weitere Nacht in dieser Bucht verbringen. Es war ohnehin geplant weiter zu fahren: durch Amsterdam & den Nordzeekanaal bis nach IJmuiden. Am Sonntag durch die völlig überfüllte Oranjesluizen. Und dann durch das quirlige Amsterdam bei schönstem Wetter. Nach einer Nacht in IJmuiden ging es weiter Richtung Scheveningen. Nur leider war dieser Hafen geschlossen !!! Der nächste Hafen Richtung Süden, den wir anvisierten war ca. 35 Meilen entfernt und es war schon 15.00 Uhr !! Aber wir haben dies super gemeistert. Vorbei an Rotterdam bis in den Harlingsvliet.

Und hier stellte Hacko das nächste Problem fest: unser Getriebe gibt ab & an komische Geräusche von sich. Mahlende Geräusche. Mal mehr, mal weniger. Nicht so optimal. Konsequenz: wir recherchierten & bestellten ein neues Getriebe, welches wir 5 Tage später in Breskens erhielten und einbauten.

(5) Unsere Genua zerreisst

Was kann nun noch passieren? Nachdem wir 5 Tage in Breskens verbracht hatten, das Getriebe getauscht & einiges anderes installiert hatten fahren wir endlich weiter: Frankreich ist unser Ziel. Nach einer kurzen Nacht in Dunkerque ging es weiter bis Boulogne-sur-Mer. Hier mussten wir uns entscheiden: weiter entlang der Frankreich Küste oder über den Englischen Kanal nach England. Wir entschieden uns für die südenglische Küste.

Gleich am Tag unserer Überfahrt, kurz vor Newhaven passierte es: unsere Genua zerreißt. Unser eigener Fehler, sehr blöd gelaufen. Aber nun gilt es mal wieder zu recherchieren, wo könnten wir sie reparieren lassen? Verschiedene Segelmacher in England und in Frankreich angeschrieben. Unter anderem in der Nähe von Chichester, wo wir ohnehin in den kommenden Tagen einen Stopp einlegen wollten.

Riss Genua

(6) Unser Anlasser streikt nun komplett

Von Newhaven wollten wir direkt weiter bis Chichester Harbour fahren. Leider spielte das Wetter dabei nicht so ganz mit. Wind mal wieder direkt aus der Richtung, in die wir fahren wollten. Deshalb ging es zunächst nur bis Shoreham. Hier lagen wir eine Nacht, um am nächsten Tag sehr früh zu starten. Am nächsten Morgen starteten wir den Motor, das heisst wir wollten ihn starten. Dem Anlasser war es wohl noch zu früh… Ein bisschen Trickserei und der Motor sprang an. Aber ganz wohl war uns dabei nicht.

Nach ca. 1 Stunde nahm der Wind wie vorhergesagt zu & wir konnten endlich segeln. Motor aus. Nach einer halben Stunde schlief der Wind allerdings schon wieder ein. Motor an. Motor an? Nichts tat sich. Nach nochmaligem Tricksen war klar: der Anlasser muss raus & repariert werden. Somit lief der Motor auch unter Segeln bis nach Chichester Harbour weiter mit. Ausmachen wollten wir ihn erst wieder, wenn wir sicher am Steg liegen.

Anlasser in Reparatur

Bis dato konnten alle Probleme irgendwie gelöst werden. Das Segel ist wieder repariert & der Anlasser läuft. Aber ein paar Tage ohne irgendwelche Zwischenfälle wären doch auch mal schön?!?

Wir sind stolz auf das, was wir bis dato geschafft haben. Wir werden nicht aufgeben und uns durch diese kleinen Missgeschicke und ständigen Dämpfer unterkriegen lassen. Wir geniessen die Zeit, die wir haben, das tolle Segelrevier in Südengland und lernen viel dazu. Und zumindest bis Griechenland werden wir es wohl schaffen 😉 ?!?

Boulogne-sur-Mer Nationalfeiertag

Am Strand von Boulogne-sur-Mer am Nationalfeiertag


Anfahrt auf Newhaven

Anfahrt auf Newhaven


Osborne Bay

In der Osborne Bay vor Anker

Text

8 Kommentare
  1. Ralf Walkenhorst
    Ralf Walkenhorst sagte:
    29. Juli 2018 um 18:26

    Hallo ihr Lieben es freut uns zuhören das ihr nicht aufgebt obwohl wenn man das so liest was alles passiert ist könnte man es euch auch nicht verdenken,aber solange es Technische Probleme sind wird Hacko das schon hinkriegen so kenne ich ihn auf jedenfall.Wichtig ist das ihr beiden zusammen haltet und die Probleme gemeinsam löst dann wird schon alles wieder gut ansonsten finden wir eure Berichte sehr Interesant und warten schon auf die Nächsten.
    Viele Grüße und immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel wünschen euch Ralf u.Petra

    Antworten
    • Nora
      Nora sagte:
      9. August 2018 um 0:51

      Liebe Petra, lieber Ralf. Vielen Dank für eure Worte 🙂 Die positiven Aspekte der Reise überwiegen zum Glück, und wir müssen ehrlich sagen: wir hatten bis jetzt immer Glück im Unglück. Jedes Problem konnte bis jetzt immer irgendwie gelöst werden. Herzliche Grüsse aus Polruan / Fowey.

      Antworten
  2. Lukas
    Lukas sagte:
    29. Juli 2018 um 21:48

    Der ganz normale Langfahrtwahnsinn 😉

    Im Ernst, das gehört einfach dazu wenn man mit einem alten Boot unterwegs ist. Ich kenne das Gefühl ganz gut, man war so gut vorbereitet und trotzdem ist jeden Tag was neues zu reparieren. Wir haben 2015 eine komplett neue Maschine einbauen lassen und hatten dann 2016 (auch in Südengland) die ersten Maschinenprobleme…

    So ist das eben, das wird auch nicht besser werden. Es wird eher schlimmer je weiter man sich von Europa entfernt, im Moment habt ihr wenigstens noch Zugriff auf vernünftige Serviceeinrichtungen.

    Die einzige Möglichkeit um das zu ändern ist ein größeres Schiff mit fest angestelltem Skipper der sich um die Wartung kümmert. Aber den muss man nicht nur bezahlen können sondern auch an Bord haben wollen. Bei uns wäre das nicht der Fall, ich repariere meine Toilette lieber selbst 🙂

    Antworten
    • Nora
      Nora sagte:
      9. August 2018 um 1:02

      Lieber Lukas. Na du machst uns ja Mut 😉 Na ja, eins steht fest: die Arbeit wird uns nie ausgehen. Wenn mal etwas nicht zu reparieren ist, dann ist auf jeden Fall irgendwas anderes zu optimieren. Aber dies haben wir gewusst & uns bewusst dafür entschieden. Derzeit schätzen wir tatsächlich die vernünftigen Serviceeinrichtungen hier in Europa.

      Antworten
  3. SY Born to Live (Krefeld)
    SY Born to Live (Krefeld) sagte:
    30. Juli 2018 um 9:01

    Der meiste Spruch von Weltenbummlern. „Wir reparieren uns um die Welt“ Schade, dass es bei euch (bis jetzt) auch so ist.
    Hoffe es ändert sich.

    Antworten
    • Nora
      Nora sagte:
      9. August 2018 um 1:06

      Lieber Guido. Tja, das hoffen wir auch 😉 Aber ganz klar: die positiven Erlebnisse auf unserer bisherigen Reise überwiegen definitiv & die Probleme konnten bis jetzt recht gut gelöst werden. Herzliche Grüsse!

      Antworten
  4. Astrid
    Astrid sagte:
    30. Juli 2018 um 21:06

    Danke für diesen Beitrag! Ihr seid nicht allein.
    Ein Jahr haben wir unsere Tiki gehabt, geputzt, kleinere und größere Reparaturen, Winschen warten, Motorencheck, verschiedenes anpassen, optimieren etc, ihr kennt das.

    Dann, endlich, der grosse Tag ist gekommen. Leinen los, wir sind Livesboards, der Hafen, der uns ein knappes Jahr beheimatet hatte wird kleiner hinter uns. Es ist ein schöner Tag, trotz Wind auf der Nase und Motor. Nach 5nm ist die grosse Reise erstmal zuende. Schlauchschelle vom Kühlwasserschlauch gerissen, 2 Kreiskühlung, das Salzwasser kam durch, das Süsswasser war verdampft. 4 Tage Motor reparieren.
    Egal, weiter geht’s. Ein paar Tage unter Segeln, ab in den Süden, die Adria runter. Im November zwar etwas kühl, aber dafür sind wir alleine in den Buchten, das Wasser klar das Wetter meistens gnädig.
    Segel setzen, auf ein Neues… Doch halt, das Fall rührt sich nicht, klemmt irgendwie im Masttop. Egal, wir haben ja noch die Dirk. Auch hier – Fehlanzeige. Beide Umlenkrollen im Top gebrochen. Obwohl keinerlei ungewöhnliche Belastung da war. Dann eben nur die Genua.

    Ende Dezember, wir queren die Adria, internationale Gewässer, Flaute aber Adriawellen (kurz und steil) kreuzen gerade den Schifffahrtskorridor, ca 23:00, der Motor heult auf, reagiert nicht auf den Gashebel. Gaszugsfeder gerissen.

    Stunden später kommen wir geschafft in Manfredonia an. 2 Wochen später lassen wir den Motor rausgeben um die Dichtungen tauschen zu lassen. Geht bei uns im eingebauten Zustand nicht. Währenddessen säubern und isolieren wir den Motorraum. Die Werft braucht 9 (neun) Wochen um die, von uns bereitgestellten Dichtungen zu tauschen, lässt den Motor 2x vom Stapler fallen (ja, richtig gelesen zwei mal) und droht uns mit Port Police und Hafenkapitän weil wir das Vorgehen in Frage stellen. Zugegeben, etwas lautstark, aber in Italien fällt das normal nicht weiter auf. Inzwischen sind wir in Griechenland, seit 30. April am Trockenen und fleissig beim Refit. Fragt lieber nicht, was hier noch alles war.

    Kopf hoch, durchatmen, weitermachen!

    Fair winds & following seas
    Astrid

    Antworten
    • Nora
      Nora sagte:
      9. August 2018 um 1:19

      Liebe Astrid. Uff. Das ist ja ganz schön heftig, was euch in kurzer Zeit alles passiert ist. Wir hoffen, es kommt bald deutlich besser & ihr könnt eure Refit Arbeiten in Griechenland erfolgreich abschliessen !! Herzlicher Gruss.

      Antworten

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Unsere Route durch Schottland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿⛵️🌦️ Zunächs Unsere Route durch Schottland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿⛵️🌦️

Zunächst ein Blick zurück, auf unsere ersten Tage in den inneren Hebriden: Wir trotzten dem typisch schottischen Wechselwetter und erkundeten die Inseln Canna und Rum. Wir segelten durch den Sound of Sleat & die Meerenge Kyle Rhea, unter der Skye Bridge hindurch zur Isle of Skye. Und entlang der gewaltigen Kulisse der Red und Black Cuillins ging es weiter nach Portree.

Nachdem wir von den äußeren Hebriden Kurs Richtung Festland nahmen war noch überhaupt nicht klar, wohin uns unsere weitere Reise führt. Also klar, wir hatten ein Ziel: die Isle of Mull, aber Wind und Welle meinten, wir sollten erstmal nach Norden abdrehen. Also entschieden wir zunächst zwei der Small Isles zu besuchen, landeten auf Canna & anschließend auf Rum. Von hieraus führt uns nun unser Weg weiter nach Nord. Wir werden einige Zeit durch die Highlands bummeln bevor wir wohl wieder nach Süd, Richtung Fort William und Kaledonischer Kanal segeln. Zu den Orkney und Shetland Inseln werden wir somit wohl nicht mehr segeln. Aber unser Motto ist ja schon seit langem: weniger ist oftmals mehr. Und in Schottland gibt es schließlich noch so viele Inseln zu erkunden.

Was sagt ihr zu unseren Plänen? Welche Route hättet ihr eingeschlagen?
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#routenplanung #sailingscotland #innerhebrides #sailinganixi #sailinghebrides
Unvergessliche Tage auf St. Kilda 🌅✨ Manchmal hör Unvergessliche Tage auf St. Kilda 🌅✨

Manchmal hören wir von einem Ort und wissen im selben Moment: Da MÜSSEN wir hin. Genau so ging es uns mit St. Kilda – und was sollen wir sagen? Es hat all unsere Vorstellungen übertroffen! 🥹

Zwei unvergessliche Tage lagen wir hier vor Anker, umgeben von spektakulärer Natur und einer einzigartigen Geschichte.

🪨 Die Giganten des Atlantiks: Schon die Fahrt vorbei an den riesigen Felsnadeln (Stacs) ließen uns staunen. Hier brütet die größte Basstölpel-Kolonie der Welt! Tausende Vögel kreisen in der Luft – ein unglaubliches Naturschauspiel.

🏠 Geschichte hautnah: Bei unserer Wanderung durch das verlassene Dorf auf Hirta läuft einem eine Gänsehaut über den Rücken. Die letzten Bewohner verließen die Insel 1930 auf eigenen Wunsch, weil das raue Leben in der Isolation nicht mehr tragbar war. Heute ist St. Kilda eines von weltweit ganz wenigen doppelten UNESCO-Welterben (für Natur UND Kultur)!

🛖 Die mysteriösen Cleits: Überall auf der Insel – selbst auf den steilsten Hügeln und an den höchsten Klippen – stehen hunderte kleiner Trockenstein-Hütten, die sogenannten Cleits. Früher dienten sie als genial konstruierte Vorratsspeicher für Torf und Seevögel. Zu sehen, wie sie sich seit Jahrhunderten in die Landschaft fügen, ist faszinierend!

🐑 Urtümliche Inselbewohner: Überall streifen die berühmten Soay-Schafe frei herum. Diese Rasse lebt hier seit Jahrtausenden völlig unverändert.

🪶 Vogelparadies auf den Klippen: Auf unseren Wanderungen entlang der steilen Kanten konnten wir unzählige Eissturmvögel bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten. Wenn man an der Kante steht und hinabblickt, versteht man erst, wie magisch dieser Ort wirklich ist.

🦅 Abschied von St. Kilda: Beim Auslaufen sind wir direkt an der unbewohnten Nachbarinsel Dun vorbeigesegelt. Auf diesem kleinen Eiland beheimatet St. Kilda die größte Papageientaucher-Kolonie ganz Großbritanniens mit geschätzten 100.000 Brutpaaren! Schier unendlich viele Vögel stiegen über uns in den Himmel.

Zum Abschied schenkte uns St. Kilda noch ein magisches Abendlicht. Die Klippen leuchteten, während wir den Bug Richtung Südost richteten. 🌅✨
Mingulay: Am südlichen Ende der Äußeren Hebriden. Mingulay: Am südlichen Ende der Äußeren Hebriden. 📌⚓️

Wir hatten so ein Glück mit dem Wetter! Wir haben die windstillen, sonnigen, schwellfreien Tage genutzt, um Mingulay zu besuchen. Eine kleine Insel, die heute vor allem aufgrund ihrer hohen Population an Seevögeln bekannt ist. Und bereits auf dem Wasser wurde die Dimension klar: Das Meer war stellenweise bedeckt von unzählig vielen Tordalken, Trottellummen und Papageitauchern.

Nach der Anlandung haben wir die Insel zu Fuß erkundet. Auf der Westseite ragen die Klippen fast senkrecht über 200 Meter aus dem Atlantik. Die Felswände waren komplett weiß besetzt von einer riesigen Kolonie von Dreizehenmöwen – der Lärm und die schiere Masse der Vögel waren wahnsinnig beeindruckend.

Unser eigentlicher Grund für den Stopp und das absolute Highlight war jedoch die Papageitaucher-Kolonie im Grasland der Insel. Mehrere Stunden saßen wir mitten zwischen den Höhlen. Die Vögel flogen im Minutentakt vom Jagen direkt von der See zurück in ihre Kolonie. Und da gerade Aufzuchtzeit war, hatten die Altvögel die Schnäbel voll mit kleinen Sandaalen, um die Jungen in den Erdhöhlen zu füttern.

Mitten zwischen ihnen zu sitzen, das geschäftige Treiben zu beobachten, während das Abendlicht alles golden gefärbt hat – das war pure Magie.

#SailingAnixi #Hebrides #OuterHebrides #sailingscotland #puffins
Sandray und Pabbay - zwei unbewohnte Inseln südlic Sandray und Pabbay - zwei unbewohnte Inseln südlich von Barra ⛵️✨

Vor den strahlend weißen Sandstränden fiel der Anker auf perfektem Grund, und dann hieß es: ab ins Dinghi und Neues entdecken! Wir sind über gigantische Sanddünen gewandert, haben uns den Weg durch blühende Wiesen gebahnt und standen schließlich auf den einsamen Gipfeln mit einem endlosen Blick über den Atlantik. Sogar die 40 nm entfernte Isle of Skye, Rum, Canna & weitere der inneren Hebriden waren am Horizont sichtbar.

Unterwegs haben wir die wohl coolsten Inselbewohner überhaupt getroffen: Schafe mit waschechten Rastalocken! 🐑😎 Da diese urigen Rassen hier völlig frei den Sommer verbringen, verlieren sie ihre Wolle ganz natürlich, wodurch im Wind und Salz diese genialen Dreadlocks entstehen. Ein absolut herrlicher Anblick!

Neben der wilden Natur hat uns vor allem die Geschichte tief berührt. Auf Pabbay läuft man durch die Ruinen des alten Dorfes, das 1911 endgültig verlassen wurde. Mittendrin: Der mystische „Pabbay Stone“ – ein piktischer Symbolstein aus dem 6./7. Jahrhundert, auf dem man immer noch die eingemeißelte Blume, die Mondsichel und das spätere christliche Kreuz erkennen kann.

Jetzt sitzen wir wieder an Bord, lassen den Blick über die Landschaft schweifen und genießen diesen magischen Ankerplatz. Nächster Stopp: Mingulay!

#SailingAnixi #Hebrides #OuterHebrides #sailingscotland #rastasheep
Darrynane Harbour, Cahersiveen, Beginish Island, I Darrynane Harbour, Cahersiveen, Beginish Island, Inishmore … dies sind nur einige unserer Ankerplätze der vergangenen Tage. Die Landschaft erinnert uns sehr an die Falkland Inseln. Nur die Pinguine fehlen an den weißen Sränden. Wir besuchen mehrere uralte Festungen wie Cahergal und Leacanabuaile. Staunen über die Bauweise dieser Forts sowie die krasse Lage von Dún Aonghasa, welches vor vielen tausend Jahren direkt an den Steilklippen auf Inishmore erbaut wurde.
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#irland #westcoastireland #sailingireland #exploringireland🍀
Unser Plotter hat den Geist aufgegeben 🤯 Warum wi Unser Plotter hat den Geist aufgegeben 🤯

Warum wir ungern ohne funktionierenden Plotter weiter über den Nordatlantik segeln wollten, und wieso wir es dennoch machen (können) 👀
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#seenebel #nordatlantik #chartplotter #radar #opencpn
Ilha de São Jorge – die Dracheninsel, die Insel de Ilha de São Jorge – die Dracheninsel, die Insel der Fajãs & die Insel des Käses! 🐉🧀

Anixi lag sicher in Velas, während wir die 54 km lange, 7 km schmale Insel erkunden wollten. Ein kleiner Mietwagen-Fail entpuppte sich als Glücksgriff: Spontan ging es mit den Kanadiern Marilynn & Mark auf Roadtrip! 🚗✨

Unsere Highlights auf São Jorge:

🌋 Die Landschaft: Wie ein grüner Urzeit-Drache steigt die Insel aus dem Atlantik. Die Fahrt entlang der Vulkankegel und der Blick die Steilküsten hinab auf die Fajãs ist magisch.

🌊 Die Fajãs: Über 50 dieser Küstenebenen gibt es auf São Jorge. Highlight: Die atemberaubenden Lavabecken Simão Dias in der Fajã do Ouvidor.

🧀 Käse & Süßes: Den berühmten, würzigen Käse aus Topo durften wir dank Luis später auf Terceira testen. Und die traditionellen „Espécies de São Jorge“ sind ein absolutes Muss, wenn ihr Süßes liebt wie wir.

👑 Kultur: In Velas durften wir die Festas do Divinho Espírito Santo miterleben. Dank Carisa haben wir tiefen Einblick in die Bedeutung, die Symbole und den Ablauf des Festes bekommen. Ein Fest der absoluten Nächstenliebe.

Die Azoren berühren uns immer wieder mit ihrer Landschaft und der Herzlichkeit ihrer Menschen!

Die Bilder:
- Velas Marina
- Velas Flughafen & Pico im Hintergrund
- Marilynn & Mark
- Bergrücken, Vulkane
- Steilküste und Küstenebenen
- Fajã do Ouvidor
- Piscinas Naturais „Simão Dias“
- Topo, Ilhéu do Topo
- Luis mit Topo Käse
- Espécies de São Jorge
- Carisa & ihre Tochter, Festa do Divino Espírito Santo
- Milch vom Landwirt
- Und einfach so …

#saojorge #azoren #azores #sailinganixi #visitazores
Ilha do Pico - Vulkan & Wein Für die Ilha do Pico Ilha do Pico - Vulkan & Wein

Für die Ilha do Pico braucht man eigentlich deutlich mehr Zeit als wie wir uns dieses Mal genommen haben. Trotzdem haben wir einen Tag in einer aussergewöhnlich vielseitigen Landschaft genossen.

Da es auf der zweitgrössten Azoren Insel nur eine leidlich geschützte Marina an der Südküste gibt entschieden wir, mit der Fähre von Horta nach Madalena überzusetzen, und die Insel für einen Tag mit dem Mietwagen zu erkunden. 

Pico, benannt nach dem 2351 m hohen Vulkan, ist mit einem Alter von etwa 250.000 Jahren die jüngste Azoreninsel. Die Küstenlandschaft ist geprägt von schwarzen Lavaströmen und Lavapools. Im Sommer und bei weniger Welle muss es hervorragend sein, entlang der Felsformationen in den geschützten Becken zu schnorcheln. Maske und Schnorchel hatten wir dabei, aber aufgrund der Wetterbedingungen und der wenigen Zeit haben wir die Pools nur von Land aus bestaunt.

Pico und das gesamte Hochland zeigte sich tagsüber dick in Wolken verhüllt. Trotzdem fuhren wir hinauf, um eine der uns empfohlenen Höhlen zu besuchen. Definitiv ein Highlight. Dass ein Lavastrom diese Höhle geformt hat ist eindeutig ersichtlich. Mit Taschenlampe ausgerüstet stiegen wir relativ weit hinein & staunten über die Formationen und Farben.

Am Abend, wir waren bereits an der Südküste, befand sich nur noch der Gipfel Picos in den Wolken. Wir fuhren also spontan noch einmal hinauf & auch wenn sich die Wolken hartnäckig hielten so wurden wir doch belohnt mit dem Grün des Hochlandes & einer Fahrt durch eine faszinierende Landschaft.

Die Fahrt durch die Weinfelder & die kleinen traditionellen Dörfer rundeten unsere Inseltour perfekt ab.

- Ankunft in Madalena
- Piscinas Naturais
- Küstenlandschaft
- Lajes
- Marina in Lajes
- Höhle Furna de Frei Matias
- Pico
- Hochland
- Traditionelle Dörfer
- Weinanbaugebiet Criação Velha
- Moinho do Frade

#pico #ilhadopico #ilhadopicoaçores #exploringaçores
Unsere zwei Wochen in Horta, auf der Ilha do Faial Unsere zwei Wochen in Horta, auf der Ilha do Faial, haben uns wieder einmal gezeigt, was das Reisen ausmacht. Wir geniessen hier nicht nur die Zeit in der fantastischen Natur, sondern lernen auch einiges über die Geschichte, die Kultur und verbringen allem voran eine wunderschöne & interessante Zeit mit ganz verschiedenen Menschen.

Hier nur einige unserer Highlights:

Marina da Horta - in der wir für zwei Wochen an einem Schwimmsteg lagen, und wo wir interessante Menschen wie unter anderem Harry mit seinem Business, Susanne mit ihrer Nehaj, sowie Gary und Kirsten auf ihrer Wandering Albatross kennenlernen durften

Festa das Angustias - die erste Festa des Jahres, auf der zum ersten Mal mit Annette zusammenkamen, mit der wir während der kommenden Tage viele weitere wunderschöne Stunden verbrachten & von welcher wir unendlich viele Infos über die Azoren erhielten

Die verschiedenen Buchten, Hügel, Praias und die Natur rund um Horta - wo wir auch Norberto, den wohl berühmtesten Taucher Hortas kennenlernten

Hortas gepflasterte Wege entlang der Hafenmauer, an der wir uns so wie es Brauch ist, natürlich auch verewigten

Peters Cafe - ein traditionsreicher Ort, in dem wir mehrere Gin Tonic mit Philipp und Kai genossen & auf dem TO Stander unsere Spuren hinterliessen

Pico - der höchste Gipfel Portugals - dessen Anblick sich ständig ändert, und den wir sogar noch mit schneebedecktem Gipfel erlebten

Poça da Rainha - unsere ersten von vielen weiteren Lavapools, die sich überall an den Küsten der Azoreninsel befinden

Die Caldeira do Faial, an deren Rand wir an einem der wolkenverhangenen Tage entlang wanderten

Von Faial ging es mit der Fähre für einen Tag auf Pico, und anschließend segelten wir schon weiter auf die Ilha São Jorge. Zwei weitere faszinierende Inseln der Grupo Central. Aber mehr dazu im nächsten Beitrag.
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#horta #sailingaçores #ilhadofaial #ilhadofaialaçores
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